· 

Heldmaschine - Himmelskörper

Heldmaschine – „Himmelskörper“

VÖ: 4.November 2016)

Label: Mp-Records (Soulfood)

Die Band Heldmaschine kommt aus Koblenz und hat sich 2011 gegründet. Musikalisch in die Band der „Neuen Deutschen Härte“ (NDH) zu zuordnen. Sie sind ein Parallelprojekt der 2008 gegründeten Rammstein- Coverband „Völkerball“.

 

 

Mit Ihrem am 4.11.2016 erscheinenden vierten Album „Himmelskörper“ möchten Sie an Ihrem Vorgänger „Lügen“ anknüpfen. Ich, Marcel / snab von „Snab-Webzine“, hatte das Glück, für euch schon mal in das Album rein zu hören und eine Bewertung / Rezension zu verfassen.

Die CD ist in einem hochwertigen Pappschuber eingelegt. Ein Granitwürfel mit eingebranntem Heldmaschinen- Logo ziert das Cover. Beim Aufklappen des Schubers sieht man ein Foto der Band und kann sich auch auf ein 14-seitiges Booklet freuen, welches alle Songtexte der 12 Titel beinhaltet. So könnt ihr euch die Songs schneller einprägen.

Starten wir auch gleich mit dem Hörvergnügen.

 

1. (R)

Der erste Song heißt schlichtweg (R). Hier könnte man leicht auf die Vermutung kommen, das es um einen Song gehen könnte, wo es um irgendwelche Rechte, wie zum Beispiel das „(c)“ für Copyright handeln könnte. Doch weit gefehlt … Das „(R)“ steht dafür, das auch die Band Heldmaschine oft in ihren Songs das „(R)“, typisch wie auch „Rammstein“, mit denen sie oft in eine Schublade gepackt werden, rollen. Ein schmunzelnder Song mit eingängigem Beat, der als Intro gleich schon einmal das Tanzbein zu schwingen versucht. Doch lasst euch gesagt sein, Heldmaschine bleibt Heldmaschine und „Rammstein“ eben „Rammstein“. Dieses soll hier die Botschaft sein.

Himmelskörper

Kommen wir zu dem Song, der dem Album sein Namen verliehen hat …

2. Himmelskörper.

Hier geht es thematisch um den Begriff „Zeit“. Alles hat einen Anfang und ein Ende. Die Zeit vergeht allerdings vielen Menschen zu schnell und wird nicht ausreichend positiv genutzt, sondern eher verschwendet. Dieses Thema greifen Heldmaschine nun im düster-melancholischem Gewand auf. Warum der Song „Himmelskörper“ genannt wurde, kann man nur mutmaßen. Ich persönlich denke, das dieser gewählt wurde, anhand der Melodie im Zwischenpart bzw. textlich die Seele nach dem Verfall ins Himmelsreich steigen wird.


3. Auf allen Vieren

Ein wenig „50 Shades of Grey“ gefälligst? Der dritte Song driftet nun in die SM-Szene.

Stilistisch ist der Song etwas härter und erinnert ein wenig an die Band „Hämatom“.


4. Die Braut, das Meer

Rockig, aber auch melodisch ist der vierte Track. Thematisch geht es hier wohl eher um einen Seefahrer auf dem Meer. Doch Zweideutigkeit ist auch bei Heldmaschine oft zu finden. So könnte man auch mit ein wenig Fantasie darauf kommen, das es um eine Frau geht, die dem Mann schöne abendliche Stunden beschert. ;) Ein schöner ruhiger Song, dessen melodische Background- Linie zum träumen einlädt. Also holt die Feuerzeuge schon einmal raus.


5. Alles Eins

Dieser Song fängt sehr abgespaced an und erinnert ein wenig an „A Life Devided“ und „Eisbrecher“. Das die Menschen über so viele Probleme klagen, ist heute in der Gesellschaft gang und gebe. Alle wollen etwas verändern, doch tun Sie nichts. Denn immer haben andere Schuld. Vor seiner eigenen Türe zu kehren, tut heute fast niemand mehr …

Dieses Thema greifen die Herren von Heldmaschine nun hier auf. „Such mein Problem und zähle keins“


6. Die Maschine spricht

Raus aus dem Alltag und hinein ins Konzertvergnügen … So kann man diesen Song beschreiben, der ein wenig experimenteller im melodischen Teil ist, aber sonst einen typischen Rocksound verspricht.


Halbzeit, die Hälfte des Albums ist um. Das Booklet zeigt im Mittelteil noch einmal ein mystisches Bild der Band …

7. Sexschuss

Der siebente Song kam schon als Single und Video heraus und heißt „Sexschuss“.

Ein schnelles und rockiges Stück, welches sich um die Art Selbstbefriedigung dreht, wenn man auf einer Pornoseite die Sexvideos anschaut.


8. Kein Zurück

Nein, hier kommt kein „Wolfsheim“ Cover ...

Jeder muss in seinem Leben einmal Entscheidungen treffen, die entweder richtig oder falsch sind.

Ein Zurück gibt es nicht. Der Song fängt still mit einen leisen Summen an und einer sanften Melodie. Wenig später starten dann die Gitarren dazu … Doch die sanfte Melodie begleitet den Song, welches nachdenklicher machen lässt und fort von einem reinen Rockstück geht.

Man könnte beinahe von einer Ballade sprechen. Ein Geheimtipp des Albums ...


9. Spieglein, Spieglein

Viele Menschen sehen ihre und die Schönheit anderer in der äußeren Hülle, die einen umgibt.

Doch diese Schönheit vergeht mit dem Alter irgendwann. Die wahre Schönheit eines jeden Menschen liegt im Inneren und genau das möchten Heldmaschine hier verdeutlichen. Ein verspielter Song, der laut … mal ruhig und ein wenig Schneewittchen grüßt.


10. Gegenwind

Die Massenmedien propagieren Hass und reißen euch in Angst. Die Welt scheint nur noch schlecht und vom Terror dominiert zu sein. Hier wollen Heldmaschine mit „Gegenwind“ den Massenmedien den Wind aus den Segeln nehmen, euch beruhigen und ein wenig zum Nachdenken anregen. Oft ist nichts so, wie es scheint … Keep cool und findet die Wahrheit, hört auf euer Herz und lasst euch nicht vom Hass leiten oder gar instrumentalisieren ...


11. Das Maas ist voll

Heldmaschine legen mit einem zweiten Song nach, der wohl der sozial- kritischste Song auf diesem Album ist. Angst in ein, von damals Touristen, gern besuchtes Land zu fliegen, Umweltzerstörung durch zum Beispiel Plastiktüten in den Weltmeeren und Parteien, die einen verarschen wollen ...

„Wir schaffen das“ vs. „Wir schaffen das nicht“. Hetze gegen: „Wir heißen alles gut, was hier gerade passiert!“ Die Mitte und die eigene Meinung, das eigene Denken stirbt dabei allmählich aus. Wo geht es in der Zukunft hin. Heldmaschine haben jedenfalls das Mass voll von dieser Zeit.

Auf das sich die Zukunft in eine Bessere ändert. Der zweite Geheimtipp des Albums ...


12. Dünnes Eis

Der letzte Song dreht sich um die Vergänglichkeit der Freundschaften. Der Eine kommt, der Andere geht oder wie Heldmaschine sagen: „Der Eine geht mit raus auf's Eis, der Andere will nicht, weil er weiß, die Wärme tut dem Eis nicht gut und meidet Stürze in die kalte Flut“.


Bevor ich hier mein abschließendes Feedback schreibe und euch meine geheimen Songtipps des Albums schreibe, möchte ich euch noch ein paar Hintergrund- Informationen über Heldmaschine auf dem Weg geben ...

Das Album „Himmelskörper“ wurde inspiriert durch das Weltgeschehen rund um die Unsicherheit, Angst und dem Fremdenhass, die der Zeit an der Tagesordnung der Massenmedien stehen.

Erst letztes Jahr hat sich die Band für die Flüchtlingshilfe mit ihrem „Refugee Aid“ - Festival eingesetzt. Doch die andauernde Flüchtlings- Kriese und die beinah täglichen Terroranschläge inspirierte die Band so sehr für dieses Album, das diese Themen einfach knallhart ausgesprochen werden mussten. So sagt Sprachrohr René selbst: „Dieses Pulverfass an Angst, Meinungsmache und Zukunftsunsicherheit hat uns natürlich angetrieben. Uns als Menschen berührt und beschäftigt das alles sehr!“

 

Fazit: Das Album beleuchtet alle Facetten aus dem Alltag, ohne dabei langweilig zu werden.

Denn abseits der schlechten Nachrichten gibt es auch noch die schönen Dinge, wie Sex, Schönheit, Liebe und Freundschaft. Genau so abwechslungsreich wie die Themen auf diesem Album sind, ist auch der Sound … Mal sind die Songs ruhig, rockig, elektronisch, sowie auch industriell angehaucht. Aber auch der typische „Neue Deutsche Härte“- Sound darf hier nicht fehlen. Die Texte sind sehr schön verpackt und durch die Untermalung bestimmter Soundeinflüsse und Melodien regen sie oft zum Nachdenken an. Dieses ist sicherlich auch ein Ziel der Band. Anhören und durch laufen lassen kann jeder. Sich auseinandersetzen mit den Songs nur die Wenigen. Daher zählt Heldmaschine auf euch, letzteres zu tun und euer Leben und Handeln einmal zu überdenken und nachzufragen, ob das alles so richtig ist, was Mensch tut!


Die Anspieltipps des Albums lauten:

(R)

Kein Zurück

Das Maas ist voll