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Konzertbericht – Megaherz Tour – 28.10.2016 - Riders Cafe – LübeckVorbands: Erdling & Heldmaschine

Vorbericht

 



Bevor Snab-Webzine das Riders Cafe in Lübeck erreichte waren Marcel (snab) und Diana (DevilsAngel) ziemlich nervös. So sollte es doch ihr erster Auftrag für dieses noch junge Webzine sein.

Um 18:30, eine halbe Stunde vor Einlass angekommen standen auch schon eine größere Traube an Menschen die nur darauf warteten, dass sich die Türe öffnet. Das Riders Cafe ist eine damalige Rocker- und Bikerbar im Gewerbegebiet von Lübeck nahe der Autobahn nach Puttgarden bzw Hamburg. Diese Location wird heute für viele Veranstaltungen und Konzerte genutzt. Leider ist das Riders Cafe mit dem Bus nur eingeschränkt erreichbar. Für den Rückweg solltet ihr euch daher lieber ein Taxi besorgen. Von innen sieht diese Location sehr schlicht eingerichtet aus. Direkt nach dem Schalter am Einlass ist gerade aus die Bühne, links die Bar und der Tresen, rechts meist ein kleine Häuschen für Mechandise, eine Treppe die zum Balkon führt um die Konzerte von oben herab zu begutachten. Im unteren Bereich links neben der Bar befindet sich noch der Raucherbereich (diesmal auch genutzt für das Merchandise von Megaherz) und ein Durchgang zur Terrasse. Links an der Bühne Vorbei befinden sich die Toiletten und zwei Mittelräume wo diesmal das Merchandise von Heldmaschine und Erdling platziert wurde. Die Location umfasst beim Ausverkauf 500 Personen.



 

Vorband 1: Erdling

Vorband 1 – Erdling:

Um 19:00 Uhr war Einlass und pünktlich um 20:00 Uhr begann die erste Vorband namens "Erdling" zu spielen. Die dreiköpfige Band um Frontsänger Neill Devin begeisterte das Publikum mit feinsten Dark Rock. Bereits beim erste Song "Aus den Tiefen" gingen die Hände des Publikums in die Luft und fingen begeistert an im Takt zu klatschen. Neill machte sich dem Dark Rock alle Ehre in dem er einen schwarzen Kapuzenpullover trug, dessen Kapuze tief in seinem Gesicht gezogen war.

Beim zweiten Song "Soldat" wurden die Fans dazu animiert kräftige "Hey, hey`s" zurück zu schmettern, welches dann mit der anschließenden Ansage "Das haben die gestern nicht so hinbekommen" gelobt wurde.

Es folgten "Die Stimme der Wahrheit" und "Im Horizont" und das Publikum hörte nicht auf zu klatschen oder mit dem Armen zu schunkeln.

Mit "Dickicht" wurde an diesem Abend das düsterste Lied von "Erdling" vorgetragen.
Das Riders Cafe`war im übrigen mal wieder richtig schön voll, selbst der obere Balkon war dicht und voller jubelnder Gäste.

Leider blieb die Bühnen Beleuchtung das ganze Konzert der Vorband "Erdling" im Rotton, welches es den Fotografen extrem schwer machte, gescheite Fotos von der Band hinzu bekommen.

Es tat der Stimmung keinen Abbruch, das es den Fotografen nicht leicht gemacht wurde, hat man schließlich nicht an die Fans herangetragen. Es folgte das vorletzte Lied "Firmament" in dem das Publikum zum springen animiert wurde. Für Pressebericht schreiber mit Blöcken und Kugelschreiber in der Hand gar nicht so einfach ;)

Mit ihrem Klassiker "Blitz und Donner" verabschiedete sich die Band "Erdling" von der Bühne.

 

Vorband 2: Heldmaschine

Vorband 2 – Heldmaschine:

Die Band Heldmaschine aus Koblenz, waren der zweite Act an dem heutigem Abend.
Mit wesentlich besserem Licht und nochmal eine Schraube am Sound gedreht, hatte dieses schon Headlinerqualitäten. Doch von vorn. Mit dem Song "Wer einmal lügt..." drehte die fünfköpfige Band um Rene´Anlauf sofort richtig auf, nachdem das Intro im Stil eines Uhrentickens welches in einem lauten Knall zu Ende ertönte. Dieser Song war dem Publikum auch schon bekannt. Sie sangen ihn lautstark und beinahe in Extase mit. Wer war hier noch gleich der eigentliche Headliner? So kam es auch dazu das Rene´ mit den Worten: "Lübeck, was geht den hier ab?" genau ins schwarze Traf. Das er dann allerdings noch sagte "Wir sind Heldmaschine ..." war dann doch wohl eher nur eine Floskel. Denn ich konnte mir kaum Vorstellen, das nach diesem fulminantem Beginn es auch nur einen im Saal gab, der von Heldmaschine bisher nichts gehört hatte.

Wer diesen Abriss des ersten Songs gut überstanden hat konnte gleich weiter durchdrehen.
Mit "Collateral" ging der "Schaden" gleich weiter. Rene´kam in Roboterbewegungen, wie man sie von "Kraftwerk" her kennt auf de Bühne, stellte sich auf einen der 3 Podeste auf der Bühne und ließ sich von der darunter befindlichen Nebelmaschine erst einmal einnebeln.

Mit dem Song "Gegenwind" wurde es dann im Riders Cafe zum ersten mal ein wenig ruhiger, zumindest was den Gesang der Fans anging. Denn Heldmaschine präsentierten uns an diesem Abend den ersten neuen Song vom vierten Album "Himmelskörper", den bis dahin wohl nur die wenigsten hören konnten. Da die CD erst am 4. November 2016 sprich eine Woche nach dem Konzert in Lübeck heraus kommt. Sehr schön kam hier auch der in rot und weiß gehaltene Strobo, der von 3 Lasertürmen aus gestartet wurde. Allgemen hat hier der Lichtmann sehr gute Arbeit geleistet. Des Weiteren verprügelte der Drummer Dirk Oechsle förmlich sein Schlagzeug bei dem Song. Man sah dieses später an den stark abgenutztem Drumstick.

Ein wenig "Rammstein" verdächtig wurde es im vierten Song mit den Namen "Doktor".
Hier kam Rene´ im Doktorkittel der ziemlich Blutverschmiert war, auf die Bühne. Dabei hatte er eine große Spritze die er immer wieder betätigte. Die erste Reihe wich beim ersten Mal sofort ein Schritt zurück, aus Angst er könnte darin Kunstblut oder Wasser enthalten haben. Doch hier kam nichts außer heiße Luft heraus.


Mit "Ich komme" gibt es die erste Ballade so wie es scheint, doch bereits nach wenigen Sekunden geht es nach einem sanften Start hart her. Doch wird der Song immer wieder mit kleineren ruhigeren Parts überschattet. Leise – Gänsehaut – Laut -Vollgas !

Das Publikum war im übrigen ein sehr bunt gemischtes. So waren sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen vertreten. Von Bikern, Gothics, bis zum Büroangestellten waren alles vertreten.
Wo ich hingegen in meiner Meinung gespalten bin, ist die Tatsache, dass auch ein Kind in der ersten Reihe des Konzertes stand. Es kamen hier nicht unbedingt Jugendfreie Texte zutragen, immerhin hatte dieses Kind lobenswerterweise einen Gehörschutz auf.

Mit "Sexschuss" kommt ein weiterer Song aus der "Schweineecke". Hier gab es bereits im Vorfeld ein Video auf YouTube zu sehen.

Einen weiteren Hingucker gab es dann beim Song "Radioaktiv" Rene´ hatte sich eine Art Rücksack auf dem Rücken geschnallt, der einem Flammenwerfer ähnlich wie bei Rammstein glich. Leider konnte diese Konstruktion nicht oder sollte nicht gezündet werden.


 

"Mund zu Mund" hieß es dann im Refrain von "Propaganda" welches das Publikum lautstark mitsang. Hinzu wurde dann noch die Heldmaschinen Fahne geschwenkt.

Mit dem Song "Weiter" ging es anders als der Name vermuten lässt, dann doch zu Ende. Ein grandioser Auftritt der Herren ging zu Ende. Hier zündeten sogar die neuen noch unbekannten Songs. Der Headliner "Megaherz" hat es nun wirklich schwer, dort noch eine Schippe draufzupacken.

 

Headliner: Megaherz

Headliner: Megaherz

 

 

 

Mit einer vollen Playlist im Gepäck betraten pünktlich nach kleiner Umbaupause "Megaherz" die Bühne. Das Intro ertönte und die Jungs starteten wie gewohnt als "Clown" geschminkt ihre Zombieland Tour auch in Lübeck. Gleichnamiger Song setzte dann auch zu Beginn ein und Lex forderte dazu auf die Arme zu erheben.

Beim Song "Fanatisch" wurden dann auch endlich die fünf LED-Screens bedient, die dessen Textauszüge ausstrahlten. Sänger Lex hielt hierbei sein Mikrofon welches auf einem Baseballschläger festgeschraubt war. Er begrüßte das Publikum mit den Worten: "Willkommen im Zombieland" sowie "Ein schwitzig, kleiner, enger Club".

Die glorreiche Zeit wurde sehr schön mit einem LED Uhrenbildchen untermalt, ehe es dann mit Songs wie "Dein Herz schlägt", "Schwarzer Mann" und "Roter Mond" weiter ging.

Bevor die Gassenhauerrunde zu starten begann, kam noch ein schöner Song namens "Einsam" dessen Fans ihn frenetisch mitgesungen haben. Man sah, das sich einige mit diesemSong sehr verbunden gefühlt haben. Hinzu wurde das komplette Video im Hintergrund auf den Screens gezeigt.

Wie bereits angekündigt kamen nun die Gassenhauer. Mit einem "Uhrstück" der Megaherz Zeit, mit damals noch dem Gründungsmitglied und Sänger Alex Wesselsky, der heute bei Eisbrecher fungiert, kam nun das Lied "Misstück". Dieser Song wurde in jeder Strophe lauthals mitgesungen und abgefeiert. Der Refrain "Du bist ein Misstück, ein Stück Mist" wurde zum Ende hin auch von den Fans vorgetragen. Erst von der Bühne die rechte Seite aus, dann die linke Seite. Bei einem Wettbewerb hätte die linke Seite wohl gewonnen, wobei bemerkenswert war, dass die Mädels genau so laut waren wie die Männer der Schöpfung.

Ein weiteres Video wurde vorgetragen mit "Jagdzeit" der ebenfalls zu den Gassenhauern zählt, so wie der Song dem Lex alle falschen Freunde widmet dem sogenannten "Heuchler".

 

 

 

Nachdem sich Lex vom Publikum eine Runde Mitleid abgeholt hatte, er wäre unter "Männerschnupfen" erkrankt, ging es mit dem gefühlvollstem Stück des Abends weiter.
Völlig allein auf der Bühne sang Lex Wohnhaas trotz Erkältung das Stück mit Gänsehautstimmung.
Vereinzelnt sah man sogar ein paar Tränen im Publikum kullern. Das sanft gedämmte Licht und das vom Band abgespielte Klavier, untermalte dieses Szenario auf der Bühne noch extra.

 

Leider wurde zum Ende hin das Lied und die Stimmung ein wenig getrübt, als ein Security Mitarbeiter mit lauten Zwischenrufen zum Balkon, wohl jemanden grüßen wollte.

Mit "Verrückt" und Jordan ging es weiter, ehe "Für Immer" den ersten Schlussakord setzte.
Dieses Lied widmete die Band allen Menschen, die viel zu früh gestorben sind.

Die Band ging dann von der Bühne und es erhalten Zugabenrufe.

 

Diese wurden dankend angenommen und mit der Zugabe "Kopfschuss" erfolgreich absolviert.
Da die Fans noch immer nicht genug hatten, gab es nochmal ein älteres Stück, welches auch sehr zum nachdenken anregt. Der "5. März" ertönnte. Dieser Song geht sogar im Oktober so kurz vor Halloween. Doch leider muss man hier bei diesem Song dazu sagen, das man vom Glück sagen kann das hier nichts schlimmeres passiert ist. Denn beinahe wäre der Gitarrist vom Steg ausgerutscht und böse gefallen. Glücklicherweise konnte er sich noch fangen. Die Crew, sehr wachsam, war sofort zur Stelle und reinigte den Steg, um weitere mögliche Ausrutscher zu vermeiden.

Die Zeit und Zugaben vergingen wie im Fluge. Denn "Gegen den Wind" und "Himmelststürmer" läuteten die letzten beiden Songs ein. Somit ging ein grandioser Abend mit drei hochklassigen Bands zu Ende. Snab-Webzine bedankt sich das wir dabei sein durften und wünschen allen Lesern einen schönen Rückblick auf ein wunderbares Konzert in Lübeck.