Chester Bennington ist tot

Es fällt mir schwer für diesen Blogeintrag die richtigen Zeilen zu finden. Was eine Depression für eine Macht hat, zeigt sich im Falle des Todes von Chester Bennington dem Frontsänger der Band Linkin Park. 

Am Abend des 20.07.2017 standen für viele die Uhren plötzlich still. Innere Leere versetzten tausende Menschen auf einem Schlag. Es war die Meldung das der Front Sänger von Linkin Park Chester Bennington sich das Leben nahm.  Laut dem Promi-Portal "TMZ" soll Chester sich erhängt haben und dieses genau an dem Tag an dem sein bester, aber ebenfalls verstorbener Freund, Chris Cornell Geburtstag hatte. Bennington war verheiratet und hinterlässt sechs Kinder von zwei Frauen. Viele Menschen verurteilen Chester nun als einen feigen Menschen oder verunglimpfen ihn über die Sozialen Netzwerke weiterhin wegen des letzten Album "One more Lights", welches für viele ein graus gewesen sein sollte. Doch kaum schaut einer wirklich mal hinter die Fassade. Chester litt seit vielen Jahren unter starken Depressionen und Suchtproblemen. Diese sind aber nicht wie viele Menschen vermuten oder behaupten zu versuchen, vom Ruhm und Erfolg entstanden, sondern von den Vergewaltigungen eines Freundes der Eltern. Als Bennington elf Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Bennington begann Alkohol zu trinken und harte Drogen zu nehmen. Seine Wut, Angst und Vergangenheit drückte er deswegen immer stark in seinen Texten aus. Nun haben seine innere schwarzen Dämonen leider gewonnen.

Ich muss zugeben, dass ich mich persönlich nicht als Linkin Park Fan betiteln würde, dazu fehlt mir viel zu sehr das Hintergrundwissen dieser Band. Diese könnte da schon eher meine Verlobte wiedergeben. Doch trotz alledem ist mir die Todesmeldung sehr ans Herz gegangen. Denn Linkin Park waren auch für mich nicht nur irgendeine Band. Gerade die Stimme von Chester und seine Texte gepaart mit den Melodien hauten mich mehrmals um. Des Weiteren bewundere ich Chester seinen Einsatz unter anderem für PETA. Der Auftritt beim Live Aid Konzert in Japan ist mir auch heute noch stark in Erinnerung. Wie ich damals fieberhaft vor dem TV-Gerät gesessen habe. Des Weiteren, hab ich neben den Onkelz mit Linkin Park ebenfalls eine starke Verbindung. In meiner kurzen Bundeswehrphase, wo ich ebenfalls stark gemobbt und schikaniert wurde, hörte ich in den Pausen neben meinem MP3s die vollgestopft mit Onkelz waren eben auch Radio mit meinen Kameraden. 

Es lief früh morgens immer DELTA Radio und es liefen jeden frühen Morgen Songs von Linkin Park.
"In the End", "Breaking the habit", "Numb" oder "Shadow of the day" waren die am meist gespielten Songs. Sie gaben mir neben den Onkelz in dieser Zeit die Kraft ein weiteren Tag der Folter zu überstehen, ehe mein Kriegsdienstverweigerungsantrag später dann endlich von Johannes Rau bewilligt wurde. Somit ist diese schreckliche Zeit für mich mit Linkin Park permanent in Erinnerung.
Dieses ist ebenfalls der Grund, weshalb ich mich so gefreut hatte, dass diese zwei Bands in Argentinien und Brasilien auf dem Maximus Festival gemeinsam spielten. Der Wunsch die Band eventuell 2018 mit den Onkelz auf dem Matapaloz Festival oder eines Tages in Hamburg etc. zu sehen wurde immer stärker. Leider wird dieser Wunsch nun für immer verwehrt bleiben. 

Kommen wir aber noch einmal auf die Depression zu sprechen. Viele meinen eine Depression ist mit den nötigen Medikamenten und therapeutischen Gesprächen getan. Dieses ist mitnichten der Fall!

Eine Depression ist nicht heilbar, man kann sie stark lindern das man eine grundsätzliche Nulllinie erlernt womit man mit Leben kann. Die Seele bleibt weiterhin geschunden und jeder Tag beginnt aufs neue der Kampf mit dem erlernten zu überstehen. Jeder Tag muss man sich selbst erinnern wie man mit den möglichen Tiefs umzugehen hat, wie man den Dämon in Schach halten kann. Auch wenn Menschen nach außen hin strahlen, lächeln und glücklich zu sein scheinen. Im inneren sieht es meist anders aus. Deshalb fordere ich die Politik zum wiederholten Male auf, sich das Thema Depression auf die Agenda zu schreiben. Es wird Zeit, das dieses Thema eine gleiche Gewichtung in der Gesellschaft bekommt, wie einst der Krebs oder die AIDS Kampagnen. Es bedarf dringend mehr Aufklärung über diese Volkskrankheit, mehr Therapeuten und mehr Unterstützung für den Erkrankten und deren Umfeld. Wie viele müssen noch sterben, bis etwas passiert? Die Meisten Menschen werden doch schon morgen zur Tagesordnung gehen. 

Chester, ich hoffe sehr für dich, dass du nun deinen Frieden findest. Egal wo du auch bist.
In Gedenken bin ich bei der Familie, Kindern, Freunden, Weggefährten und Fans. 
Für dieses Schicksal gibt es keine passenden Worte. Außer das wir in diesen Stunden EINS sind.
Chester Ruhe in Frieden - R.I.P. - Ich verurteile dich nicht für das was du getan hast, denn ich kann deine Gedanken, Empfindungen, Schmerzen, Trauer und innere Leere denke ich sehr gut nach empfinden. Es war deine Entscheidung. Ich bin sprachlos und mir fehlen die Worte, doch ich denke du hast nun deinen Frieden gefunden.

 

Mach es gut, deine Person und Lieder bleiben unvergessen. 

RAT UND NOTHILFE

Bei Suizidgefahr & Triggeranfall : Notruf 112

Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (Tel.: 0800/111-0-111) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333; wochentags von 14 bis 20 Uhr)

Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und mit Kliniken zu finden. Zudem gibt es viele Tipps für Betroffene und Angehörige.

In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.

Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Foto (c) by Wikipedia Eintrag zu Linkin Park

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