Interviews


Hin und wieder schaffe ich es für euch eine Band vors Mikrofon zu bekommen und Ihnen spannende Geschichten zu entlocken. Hier könnt ihr sehen, wen ich bisher interviewt habe. 

geplante Interviews:

  • Luna Rise
  • Teufelskreis
  • Addiction
  • Hubert Kah

Heldmaschine

Am 17.01.2017 durfte ich ein sehr interessantes Interview mit René Anlauff von "Heldmaschine" führen. Diese Band geht mit ihrem vierten Album "Himmelskörper" bald auf Tour und wurde zum Wacken Festival 2017 gebucht. Interessante Fragen wurden beantwortet. Es geht unter anderem um das neue Album, um Fussball, Politik, Aliens und Internet.

 


Proll Guns

In der Sendung "Insider mit snab" bei www.radio-redstone.com gab es am Sonntag den 12.06.2016 um 17:00 Uhr das Interview von einer Band aus Österreich zu hören. Ihr Name Proll GUNS. Erfahrt hier ob sich Country und Metal verstehen. Ein paar Informationen über den Western und vielleicht den ein oder anderen Grill Tipp mit Fleisch und BBQ.

Eschenbach

Philip und Felix von der Band Eschenbach waren mit snab im Interview auf Radio Dextera. 

Es geht hier um die Band, die EP "Devided et Impera", Zukunft, Konzerte und allgemeine Fragen.

 

 

Mit im Studio zu Gast, Engelbass & Satanas


BloodSucking Mallory

Die Band Bloodsucking Mallory im Radio-Dextera Interview gemeinsam mit snab. Spannende Antworten zur Bandgeschichte, Songs, möglichen Konzerten, Vorbildern und Einflüssen sowie dem pikanten zweiten Hobby von Mallory.

Stephan Weidner / Der W

UnArt Live TV - Interview Stephan Weidner 'DER W', Grosse Freiheit 36 / Kaiserkeller Hamburg 2013
Am 29. & 30.04.2013 hat die Band DER W gleich zwei Mal in der Großen Freiheit 36 gespielt. Und das obwohl sich Stephan kurz vor der Tour drei Rippen brach. 
Am 30.04 hat sich snab1986 mit Stephan Weidner "DER W" getroffen, um mit ihn über sein Leben, seine weiteren Ziele und über sein Album "III" zu sprechen.

http://www.unart.org
https://www.facebook.com/UnArtLiveTv
http://www.unart.tv

Pe Schorowsky

Pe Schorowsky im Radio Interview auf www.unart.tv 

Er erzählt über sein neues Album "Dreck & Seelenbrokat", Kevin Russell`s Gesundheit und über ein mögliches Comeback der Onkelz



Tanzwut“ im Interview

14.4.2012 im Knust in Hamburg

Wir haben mal wieder länger gebraucht. Aber hier habt ihr neuen Lesestoff. Wir haben „Tanzwut“, genauer gesagt, den „Teufel“ für euch ausgefragt.

Da wir hier nicht so viele Mittelalter-Bands im Programm haben, haben wir uns für die „Standardfragen“ entschieden, um euch die Band näher zu bringen.

Vorweg erst einmal ein fettes Lob an die Tour-Managerin Anja.

Es hat alles sehr spontan und unkompliziert geklappt und auch der „Teufel“ war, wie erhofft, locker drauf und hat sogar geäußert, dass er unsere Arbeit zu schätzen weiß und es gut findet, dass es so kleine Seiten wie unsere gibt. So können wir also weiter mit noch mehr Elan arbeiten. – Danke nochmals.

Leider können wir das Ganze nicht in Form von Zitaten liefern, da wir vor Ort etwas umdisponieren mussten. Daher eher eine sinngemäße Zusammenfassung der Antworten.

Nun aber zu den Fragen…

Die ersten Fragen fassen wir zusammen. Zunächst einige Infos zum Bandnamen:

Der Begriff `Tanzwut` stammt aus dem Mittelalter. Auf Empfehlung schlugen wir das mal bei Wikipedia nach:

„Tanzwut während der großen Pest Epidemie:

Während der Zeit des Schwarzen Todes im vierzehnten Jahrhundert war eine Art der Tanzwut ein vielfach aus Verzweiflung beschrittener Weg, dem Bewusstsein der Bedrohung durch die Epidemie zu entgehen. Die Menschen tanzten so lange, bis sie in Ekstase verfielen, die ihr Müdigkeits- oder Erschöpfungsgefühl ausschaltete. Dadurch konnten sie so lange fortfahren, bis sie vor Erschöpfung zusammenbrachen oder sogar starben. Auch hier wird von einer Drogen induzierten Vergiftung ausgegangen.

Weiterhin wollten wir wissen, wer noch von der Urbesetzung dabei ist:

- Ardor, Martin und der Teufel

Gegründet wurde „Tanzwut“ 1996.

Natürlich könnten wir nicht auf die Frage verzichten, was der Teufel gern beruflich gemacht hätte, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte.

Mit einem leichten Schmunzeln gab`s zur Antwort:

„Henker, Inquisitor oder Folterkammerleiter, irgendwie sowas.“

Auch wichtig: Die Inspirationsquellen.

Diese sind schlichtweg Alltag, eigene Erlebnisse sowie die Gesellschaft.

Viele Themen verlieren nun einmal auch nach Jahrhunderten ihre Aktualität nicht. Umso faszinierender finden wir es immer wieder, wie verschieden man sie verpacken kann.

Auch das aktuelle Album „Weiße Nächte“ entstand durch Reflektion und Erfahrungen.

Andere Musiker spielen hierbei keine Rolle (mehr). Dazu sind die Jungs von „Tanzwut“ schon zu lange im Geschäft und haben ihren eigenen Stil entwickelt.

Natürlich wollten wir dennoch wissen, mit wem der „Teufel“ gern mal die Bühne teilen würde. Spontan fiel ihm da nur „Metallica“ ein.

Zum Song „Eiserne Hochzeit“ (Hymne für Union Berlin) wollten wir gern wissen, ob diese schon einmal live im Stadion gespielt werden durfte.

Das war leider noch nicht der Fall. Ausschlagen würde „Tanzwut“ das Angebot aber nicht.

Zum Schluss noch eine Userfrage: Wie kommt der „Teufel“ zu genau diesem Spitznamen.

Letzen Endes sind die Fans Schuld, die ihm den Namen passend zum Song „Pest und Teufel“ gaben. Die Optik folgte dann später.

Außerdem gibt es dazu auch eine kleine mittelalterliche Legende:

„Dudelsackpfeiferbrunnen

Seinen heutigen Standort am Unschlittplatz erhielt der Dudelsackpfeiferbrunnen erst im Jahr 1946. Vor dem Zweiten Weltkrieg war er an der heutigen Ecke Tucherstraße /Heugässchen aufgestellt. … In der Mitte der kelchartigen Brunnenschale ragt eine Säule empor, auf der die tänzelnde Figur ihr Instrument spielt. Der Dudelsackpfeifer wird von einem Schmiede eisernen Gitter umrankt das auf dem oberen Rand des Brunnenbeckens angebracht ist. …

Aber wie kam der unbekannte Dudelsackpfeifer zu der Ehre eines Brunnendenkmals? Nun, Nürnberg soll 1348, 1437, 1491, 1522, 1562, 1585 und 1634 von größeren Pest-Wellen heimgesucht worden sein. Ein großer Teil der Bevölkerung verlor durch den Schwarzen Tod das Leben und wurde mit dem Pestkarren nachts auf die, außerhalb der Stadtmauer gelegenen, Friedhöfe transportiert. So wäre es beinahe auch dem Dudelsackpfeifer ergangen. Der Sage nach soll der Musikus in einem Wirtshaus ziemlich viel Wein konsumiert haben und auf dem Heimweg betrunken umgefallen sein. Vom Alkohol benebelt ist er dann eingeschlafen. Die Leichenkutscher hielten ihn für ein Pestopfer und luden den Musiker samt Instrument auf ihren Karren. Durch das Rumpeln und Quietschen des Leichenfuhrwerks soll er dann aufgewacht sein. Als er die prekäre Lage erkannte, hat er dann in seiner Not ein paar Töne auf seinem umgehängten Dudelsack gespielt um auf sich aufmerksam zu machen. Völlig erschrocken, befreiten ihn die Pestkutscher und ließen den Zecher von dannen ziehen. Er soll die Begegnung mit dem Tod unbeschadet überstanden haben, weil ihn der Blutalkoholgehalt vor einer Ansteckung bewahrt hat. Solche Geschichten werden übrigens auch aus anderen mittelalterlichen Städten berichtet, wie beispielsweise aus Wien, wo dem Volkssänger Augustin ein ähnliches Schicksal widerfahren ist. Aber, es könnte sich in Nürnberg tatsächlich so zugetragen haben, anno 1437.“

Quelle: nuernberginfos.de

Es soll noch eine Variante dieser Geschichte geben, in der die Leute Augustin für den Teufel hielten, weil er das Ganze unbeschadet überstanden hatte.

So viel von unserer Seite…

Mehr Infos und natürlich alle Tourdaten und Festivals, auf denen die Jungs anzutreffen sind, findet ihr natürlich auf der Homepage:

http://www.tanzwut.com/

Vielen Dank für`s Lesen.

Und immer schön neugierig bleiben! ;)

Treibhaus im Interview 12.07.2011

Von Marcel Enzmann / snab

Treibhaus Interview:


Hallo Curt,

schön, dass du dir ein wenig Zeit genommen hast, unseren Besuchern ein paar Fragen rund um deine Band "Treibhaus" zu beantworten. Denn heute trifft man nur noch selten auf Musiker, die sich die Zeit nehmen, Fragen von Fans zu beantworten. Dazu kommt, dass wir "nur" eine kleine Musik Fanpage sind. Daher vorab schon mal ein großes DANKESCHÖN!

Kommen wir nun zu eurem neuen Album "Alphatier":

Wir haben extra ein bisschen Zeit verstreichen lassen, um den Hörern genug Zeit einzuräumen, um sich mit dem Album vertraut zu machen.

"Alphatier". - Was verbindest du mit diesem Wort und wie kam es dazu, dass es zum Titelnamen des Albums wurde?


Hallo Marcel, vielen Dank für die nette Begrüßung. Mich freut es genauso, das Du Dir die Zeit genommen hast um Fragen zu formulieren, die nicht so 08/15 sind wie leider sonst viel zu oft bei schriftlichen Interviews.

Also legen wir los. Was verbinde ich mit dem Begriff „Alphatier“?

Auf der einen Seite ist „Alphatier“ für mich ein fast schon ausgestorbener Begriff und auf der anderen Seite hört man ihn in letzter Zeit immer häufiger. Es ist ein Wort mit zwei Bedeutungen. Auf der einen Seite ist es ein Mensch mit einer starken Ausstrahlung, der etwas bewegen will, etwas bewegen kann und meistens auch etwas bewegen wird. Leider gibt es von diesen Menschen nicht mehr all zu viele. Dann gibt es die andere Seite - Die vielen Möchtegern-Alphatiere. Hiervon gibt es natürlich eine Menge, die wir ja auch alle kennen und wo ich dementsprechend auch nichts mehr zu sagen muss. Ich habe die neue Treibhaus CD natürlich auf Grund meiner hier zuerst genannten Deutung „Alphatier“ genannt. Es steht für eine starke Persönlichkeit die leider immer mehr von dem Aussterben bedroht ist. Der Songtext selber hat einiges an der von mir so gerne verwendeten Selbstironie, ohne aber die eigentliche Bedeutung zu schmälern.


Warum habt ihr euch beim Cover für einen Totenkopf entschieden?

Ein Totenkopf hat ja erstmal nichts mit einem Alphatier zu tun.


Totenkopf??? Naja, ich gebe zu, das ich an dem Tag der Fotosession etwas blass war – aber mich deshalb gleich als Totenkopf zu bezeichnen? …das ist ja wohl nicht so unbedingt die feine Art!

Mal davon ab, sehe ich schon eine Verbindung von einem Alphatier und dem Totenkopf. Für mich ist das menschliche Alphatier sehr stark vom Aussterben bedroht und schon sind wir wieder an der Stelle, wo man es von zwei Seiten betrachten kann. Das ist das, was Treibhaus immer schon ausgemacht hat. Es soll immer genug Spielraum für unterschiedliche Auffassungen und Gedanken da sein. Ich möchte kein Prediger sein, der etwas ohne wenn und aber in Stein meißelt. Bei den Treibhaus-Songs soll immer genug Luft für eigene Empfindungen, Interpretationen und Gedanken sein. Trotzdem war der Totenkopf als Covermotiv nicht von Anfang an geplant. Erst als ich mich mit unserem Fotografen Frederic Bozada getroffen habe, und er mir seine eigens geschossenen Bilder aus Kambodscha gezeigt hat, kam mir letztendlich die Idee diesen Schädel als Covermotiv zu setzen.

Ich muss es einfach in diesem Zusammenhang noch kurz erwähnen. Da hat sich doch tatsächlich in einem CD-Review ein Schreiberling darüber aufgeregt, das die von uns verwendeten Cover- und Booklet-Fotos Originalbilder aus Kambodscha und Syrien sind. „Diese armen Menschen hätten ja schließlich schon genug mit ihrem Schicksal zu hadern und dann kommt Treibhaus und benutzt auch noch diese originalen Bilder.“ Da sehe ich natürlich gleich, wie sehr sich dieser Mensch mit meinen Texten und deren Ansprüchen beschäftigt hat. Überhaupt nicht! – Denn genau dieser Mensch, dessen Schädel dieses Frontcover ziert und der sein Leben damals verloren hat, war vielleicht eines der Alphatiere, von denen ich rede.


Einige Fragen sich, wie man sich die Produktion eines Albums bei euch vorstellen mag.

Wie läuft es ab? Kommt z. B. erst die Melodie und dann der Text? Wie bastelt ihr Ideen zusammen?

Gibt es Tipps und Tricks, die ihr jungen talentierten Sänger/innen und Songwriter/innen geben könnt?


Das Songwriting läuft natürlich nicht immer gleich aber meistens schreibe ich den Text erst nach der Melodie. Meistens sogar erst, wenn der Song musikalisch und von der Struktur her soweit steht. Ich kann euch auf jeden Fall empfehlen, jede Idee aufzunehmen und festzuhalten. Auch wenn es nur ein Riff, eine Tonfolge, ein Beat oder eine kurze Melodie ist. Ich mache das wirklich bei jedem musikalischen Schnipsel. So kann ich immer auf ein großes Ideen-Archiv zurückgreifen. Bei dieser Arbeitsweise kann ich auch an mehreren Songs gleichzeitig arbeiten. Manchmal kommt man bei einem Song nicht weiter und je mehr man es versucht, desto schlimmer wird es. Dann lege ich den Song beiseite und arbeite an einer anderen Idee weiter, so dass dann manchmal 4 oder 5 Songs gleichzeitig in Arbeit sind. Wichtig ist, dass man nie eine Idee aufgeben darf – auch wenn einem tage- oder wochenlang nicht das passende dazu einfällt – eines schönen Tages fliest die perfekte Idee aus einem heraus! Ich habe ja das Glück, das ich alles direkt zu Hause in meinem Studio aufnehmen kann, so dass ich auch nur mal 5 oder 10 Minuten etwas festhalten kann. So arbeite ich solange an neuen Songs bis ich der Meinung bin ich habe genug neue Songs für ein neues Album zusammen. Bei diesen Songs habe ich dann bereits die kompletten Instrumentierungen und Vocals aufgenommen. Danach fange ich an und verfeinere alles indem ich z.B. die Gitarren noch einmal neu einspiele, die Elektrosounds verändere, die Drumbeats verfeinere und Vocalparts neu aufnehme. Diese Versionen bekommt dann unser Schlagzeuger Michael Wolpers. Der Arme muss sich dann in mühsamer Kleinarbeit die ganzen Schlagzeugspuren, die ich programmiert habe, heraushören, alles aufschreiben und sich dann am Drumset alles drauf schaffen. Ich bin sehr glücklich, dass ich so einen guten Schlagzeuger wie Micha habe - andere würden an meinen Programmings wahrscheinlich verzweifeln. Wenn Micha dann soweit ist, nehmen wir die Drums in einen Tonstudio unserer Wahl auf, ich ziehe mir die Einzelspuren auf Festplatte und ersetze dann meine bisher programmierten Schlagzeugspuren durch die neuen Drumspuren. Erst wenn alles passt und eingebaut ist, spiele ich die Bassgitarren, die ich vorher zum arbeiten auch „nur“ programmiere, ein. Zu guter Letzt kommt dann noch unser Gitarrist Martin Blankenburg zum Zuge und doppelt alle Gitarrenspuren. Fertig sind die Aufnahmen. Nach ein paar Tagen Ohren-Urlaub setze ich mich dann an den Mix und das Master…


Kommen wir zurück zum aktuellen Album...

In mehreren Liedern rechnet ihr mit ehemals geliebten Menschen ab. Handelt es sich hierbei um fiktive Menschen oder doch eher um reale Menschen? Hat Curt Liebeskummer?


Im Gegenteil! Noch nie war ich so glücklich und verliebt wie jetzt. Genau durch diese starke Liebe ist mir bewusst geworden, das es doch einige Menschen im Leben gibt, die das Privileg Freund/Freundschaft mit Füßen treten und es demnach nicht verdient haben, als solches bezeichnet zu werden. In den Songs ist es auch weniger eine Abrechnung als eine Bestandsaufnahme und ich bin mir sicher, das jeder einzelne Leser hier genau weiß wovon ich rede. Die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist das, was hierbei dann am Schwierigsten ist. Trotzdem kann ich es jedem nur ans Herz legen – auch wenn die Wahrheit manchmal weh tut! Ist es erstmal raus und gesagt fühlt man sich erleichtert und wesentlich besser


Wie steht Curt überhaupt zum Thema Freundschaft & Liebe?


Liebe? Kann man das essen? Oder trinken? Oder sogar rauchen???

Wie ich ja gerade schon bemerkt habe, ist mein Liebesleben perfekt. Ich bin verheiratet und über beide Ohren in meine Ehefrau, Melanie Doernberg, verliebt. Sie ist das Beste und Wichtigste in meinem Leben und gibt mir unendlich viel Kraft.

Gute Freundschaften sind natürlich auch unglaublich wichtig – allerdings sollten sie auch echt und vor allem nicht einseitig sein, sonnst geht das Ganze schnell nach hinten los. Auf gute Freunde muss man sich hundertprozentig verlassen können - leider wachsen sie nicht auf Bäumen und man sollte sie sich sehr gut aussuchen…

Bleiben wir bei den Charakter Eigenschaften.

In dem Lied "Eiszeit" beschreibt ihr ja den Verfall der Gesellschaft...

Seid ihr der Meinung, dass dieser Zerfall ewig andauern wird oder, dass wir noch eine Chance haben?

 

Der Song beschreibt ja kein Endzeitszenario. Wir haben immer eine Chance! Der eine wird sie eher nutzen und andere später. Wichtig ist erstmal die Erkenntnis zu wissen, worum es geht – erst danach kann sich etwas ändern. Ich bin mit Sicherheit kein Schwarzmaler und kein Weltverbesserer und ich will auch auf keinen Fall dass meine Songs so verstanden werden. Genau wie ich sehr positiv, optimistisch aber auch kritisch bin, sollen auch meine Songs verstanden werden. Wenn sich jeder schon mal an seine eigene Nase fasst, sind wir schon ein ganzes Stück weiter!

 

Thilo Sarrazin beschrieb es ja mal so, dass Deutschland sich abschaffe. Stimmt ihr dem zu?

 

Ich versuche mich ja immer, so gut es geht, aus tagespolitischen Themen herauszuhalten. Weil Du es bist, werde ich das mal kurz vergessen. Ich denke, dass dieses Thema für einen patriotisch fühlenden Menschen wie mich sehr wichtig ist. Allerdings wird es in der Öffentlichkeit, der Politik und von Thilo Sarrazin nicht sinnvoll und realistisch diskutiert. Alle drehen sich im Kreis und versuchen eine ethisch korrekte Lösung für etwas zu finden, was überhaupt nicht in Frage steht. Das größte Problem, was wir in Deutschland haben, ist das wir nicht zu uns selbst stehen können, wollen und/oder dürfen. Ohne dieses Theater vorher zu beenden, finden wir auch keine Antworten und Lösungen für solche Themen.

 

Wie steht ihr allgemein zu Politik, Was läuft gut und was würdet ihr ändern?

 

Wo ich ja gerade schon dabei bin, will ich auch hier noch meinen Senf dazu geben. Politik ist etwas, wo ich wirklich oft nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Auf der einen Seite rege ich mich so sehr darüber auf, dass ich am liebsten nichts mehr davon hören und sehen will – auf der anderen Seite will ich aber auch alles mitbekommen, um immer auf dem neusten Stand zu bleiben.

Prinzipiell denke ich, dass wir in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau klagen. Ich bin sehr glücklich hier und möchte in keinem anderen Land der Erde leben. Dennoch gibt es natürlich eine Menge Sachen in der Politik, mit denen ich nicht einverstanden bin. Wenn ich gleich anfange z. B. die Demokratie, wie sie hier politisch verstanden und umgesetzt wird, in Frage zu stellen, höre ich lieber gleich wieder auf. Hier geht es dann ja doch um Musik – und das macht wesentlich mehr Spaß.

Die letzten Worte gehören wie immer euch:

 

Meine letzten Worte hier werden hoffentlich nicht meine letzten Worte sein!

Ich bedanke mich bei Dir, Marcel, für das Interview und bei Deinen und Euren Lesern für die Zeit.

Ich freue mich über jeden Besuch auf www.treibhaus-sound.de

! Hier könnt ihr Euch jeden Treibhaus Song kostenlos in einer zwei Minuten Version anhören und downloaden.

Cheers & Respekt,

Euer Curt Doernberg –

TREIBHAUS